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24.09.2011 - 08:52 Uhr

Ortsbild - Geschichtsverein Trochtelfingen eröffnet seine neue Ausstellung im Heimatmuseum

Das »Städtle« hat sich sehr gewandelt

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TROCHTELFINGEN.

Ein kleiner Kreis, in der Mehrzahl schon ergraut, machte sich am Donnerstagabend auf einen Rundgang durch die drei Räume im  Trochtelfinger Heimatmuseum.

Vergleichen und erinnern: Besucherinnen der Trochtelfinger Ausstellung. FOTO: GROSS

An jedem der liebevoll gestalteten und reichlich bebilderten Plakate wurde haltgemacht und genau hingeschaut.
Ein Lächeln nach dem anderen huschte dabei über die Gesichter.
Die Mitglieder des Geschichtsvereins sind zufrieden mit ihrer Arbeit, die am Sonntagnachmittag der Öffentlichkeit vorgestellt wird: die neue Ausstellung mit dem Titel »'s Städtle im Wandel«.

Fülle von Entdeckungen

»Die Entwicklung in Trochtelfingen vom landwirtschaftlich geprägten Hanwerkerort zum heutigen modernen Industriestandort« aufzuzeigen, haben sich die Mitglieder des Vereins in diesem Jahr zur Aufgabe gesetzt.
Doch schnell wurde bei der Materialsammlung klar, erzählte der Vorsitzende Bernhard Klingenstein, dass das in einer Ausstellung »gar nicht zu schaffen« ist.
»So haben wir uns entschlossen dieses Jahr den allgemeinen Wandel der Gebäude darzustellen.«
Der zweite Teil der Ausstellung zum Themenfeld »Geschäfte, Firmen und Betriebe« wird dann 2012 zu sehen sein.

»Ideen, die Ausstellung wegen der Inhaltsfülle auf den Bereich innerhalb der Stadtmauern zu beschränken, haben wir schnell verworfen« erklärt Klingenstein den Anspruch des Vereins, in seiner Arbeit die ganze Stadt darzustellen.
Und da gibt es in der Tat vieles zu entdecken im »Städtle« wie die Trochtelfinger ihre Heimat liebevoll nennen.

Wahre Fotoschätze, zusammengetragen aus zahlreichen Trochtelfinger Haushalten, oft auch von den »Bühnen«, prangen nun wohlgeordnet an den Wänden des Heimatmuseums.
Die meisten sind mit erklärenden Sätzen versehen.
Manches wird sich im Gespräch mit den Besuchern sicher noch vervollständigen.
Die Themenbereiche Straßenbau, Wasser- und Stromversorgung, kommunale Dienste und Einrichtungen, öffentliche Gebäude und natürlich das große Kapitel um Landwirtschaft, Wald, Gehöfte und Mühlen sind neben einigen weiteren anschaulich präsentiert.
Aufgelockert wird das Ganze durch alte Gerätschaften aus Haushalt und Alltag.

»Wir wollen gerne Verschwundenes sichtbar machen«, berichtet Klingenstein über den Ansatz der Aufbereitung, und tatsächlich wird Ortsentwicklung und Umgestaltung sichtbar, wenn etwa Fotografien aus den 20er-, 50er- und 80er-Jahren neben aktuellen Aufnahmen arrangiert sind.
Von unschätzbarem Wert ist die Aufarbeitung des Vereins auch deshalb, weil jede Ausstellung ordentlich archiviert wird. »Wir haben Zeitzeugen aufgestöbert und befragt, deren Wissen in wenigen Jahren verloren wäre«, erzählt Volker Preuß vom Geschichtsverein.

Wissen ist Gold wert

Auch von praktischem Wert sei die Arbeit des Vereins, konnte Trochtelfingens Bürgermeister Friedrich Bisinger ergänzen. »Wenn etwas mit den alten Leitungen ist, dann ist das Wissen des Geschichtsvereins Gold wert.
« Die Pläne und Beschreibungen, die die Heimatforscher etwa über die Wasserleitung zusammengetragen haben, sind um einiges umfangreicher und detaillierter als die Unterlagen der Stadtverwaltung.
Aber auch ohne diesen Pragmatismus findet der Rathauschef »toll, was hier entstanden ist!« (ibs)

"Städlte im Wandel"

Zu sehen ist die Ausstellung »'s Städtle im Wandel« ab Sonntag, 25. September.
Geöffnet ist an diesem Tag zwischen 12 und 17 Uhr. Bis Juli 2012 ist die Schau des Trochtelfinger Geschichts- und Heimatvereins dann jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr im Heimatmuseum zu sehen. (ibs)

Alb-Bote / Donnerstag, 29. September 2011

RUNDSCHAU VON DER ALB

Mit “Aha-Effekt"

Das Trochtelfinger Stadtbild im Wandel der Zeit

„Wo kommen wir her, wo gehen wir hin ?", lautet eine der existentiellen Fragen der  Menschheit.
Um eine Teilantwort bemüht sich die, am Sonntag eröffnete, Ausstellung des Trochtelfinger  Heimatvereins.

SIMON WAGNER

Trochtelfingen.
„Des war doch erst", ruft eine Besucherin des Heimatmuseums in Trochtelfingen am Sonntagnachmittag.
Sie steht vor einer Fotowand, auf der Umbrüche im Stadtbild fotografisch und mit Jahreszahlen dokumentiert zu sehen sind.

Mit ihrem ganz persönlichen „Aha-Effekt" war sie am Sonntag nicht alleine.
Wie ihr ging es den vielen Besuchern der diesjährigen Sonderausstellung „s'Städtle im Wandel", als sie auf Spurensuche ins Heimatmuseum gingen.
Vom Trochtelfinger Geschichts- und Heimatverein angestoßen, konzeptioniert und umgesetzt, nach einjährigem Vorlauf, Recherchen und mühevoller Dokumentation, ist die Sonderausstellung zur wechselvollen Geschichte der Stadt Trochtelfingen noch bis zum nächsten Sommer zu sehen.

Die Ausstellungsmacher um den  Vereinsvorsitzenden Bernhard Klingenstein, wollen mit ihr ein Schlaglicht auf strukturelle Prozesse und  Veränderung der Albgemeinde wer fen.
So weit gefasst der Anspruch, so breit die möglichen Themengebiete.
Die nun eröffnete Schau  versteht sich denn auch als erster Teil einer im nächsten Jahr fortgeführten Dokumentation.
Zu  vielfältig  die thematischen Brennpunkte, zu eng die Räumlichkeiten, um die komplexen Veränderungen auf einmal zu zeigen.

Der Fokus der aktuellen Ausstellungen beschränkt sich so auf sichtbare Veränderungen in der Stadt, begleitet vom Handwerkerleben anno dazumal, über die Anfänge der Industrialisierung, bis zur heutigen^ Entwicklung, hin zu einem modernen Industriestandort mit namhaften Unternehmen.

Um diesen Strukturwandel über  die Jahrhunderte abzubilden und damit die sich veränderten Lebensverhältnisse der Menschen zu beschreiben, dienen ausgewählte Schwerpunkte.

Angefangen von der Wasser- und Stromversorgung, dem Wandel der einst landwirtschaftlich geprägten Wirtschaft, bis hin zu der Modernisierung kommunaler Einrichtungen und Dienste.

Die Ausstellung geizt nicht mit historischem und aktuellem Bildmaterial.
Gegensätze und Entwicklungslinien werden so buchstäblich sichtbar und laden ein, das heutige Erscheinungsbild der Stadt nach historischen Wurzeln abzuklopfen.
Dabei würdigen die Macher auch längst abgerissene Gebäude, wie den Fruchtkasten oder den Schafstall.
Die reich bebilderte Ausstellung bietet dokumentarische Hinweise auf grundlegende Veränderungen in der Stadt, im Laufe der Zeitenwende.

Der dichten und mit unzähligen Informationen versehenen Schau, gingen aufwendige Recherchen voraus.
Ob in den Fotokästen der Trochtelfinger selbst, im Archiv der Stadt oder im Kreisarchiv .
Zu Tage kamen kleine Schätze, die an Vergangenes erinnern und fähig sind, den Blick auf das Heute und seine Ursprünge zu verändern.

Neben der Ausstellung zur Stadtgeschichte feierte der Geschichts und  Heimatverein eine weitere Premiere.
Erstmals geben sie die „Trochtelfinger Geschichtsblätter" heraus.
In einer Auflage von zunächst 150 Exemplaren, widmen sich ausführliche Artikel historischen Ereignissen, wie etwa dem großen Erdbeben von 1911. Zusätzlich werden alte, in Trochelfingen  gebräuchliche Maßeinheiten beschrieben. Klingenstein: „Das ist ein erster Versuch", so seine Hoffnung auf reges Interesse am Service des Vereins.
Für drei Euro ist er zu erwerben und vielleicht der Anfang einer ganzen Reihe.

Sicher indes ist schon jetzt, dass im Sommer nächsten Jahres der zweite Teil zum Wandel der Stadt zu sehen sein wird.
In der Folgeausstellung wird es dann um die Entwicklung des Handwerks und der Dienstleistungsbetriebe in Trochtelfingen gehen. 

Bis dahin aber warten sicherlich noch zahlreiche Aha-Effekte auf die Besucher der aktuellen Schau.

 

Albbote

Entdeckungen an der Bilderwand.
Die Ausstellung des Trochtelfinger  Heimatvereins zeigt anschaulich  die Veränderungen des Stadtbildes.        
                           


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