Ausstellung - Geschichte der evangelischen Christen

Das »Erbe« von Dreher Betz

TROCHTELFINGEN.

Den oft steinigen Weg der Trochtelfinger evangelischen Christen von der Diaspora am Ende des 19. Jahrhunderts bis hin zur lebendigen, selbstständigen Christus-Kirchengemeinde heute zeichnet die neue, vierte Ausstellung des Geschichts- und Heimatvereins Trochtelfingen nach.
Sie ist am Freitag im Heimatmuseum eröffnet worden.

Dem Dreher Betz, »Vater der evangelischen Gemeinde« in Trochtelfingen, waren wegen seines evangelischen Bekenntnisses nahezu jegliche Lebensgrundlagen entzogen und Kredite gekündigt worden.

Gesellschaftlich waren er und seine Familie im hohenzollerisch-katholischen Trochtelfingen geächtet.
Dennoch hielt er allen Widrigkeiten stand und sein Bethäusle in der Mühlgasse offen.

Zwei Stunden Fußmarsch

Seine Familiengeschichte hat das Team um den Geschichtsvereinsvorsitzenden Bernhard Klingenstein nachgezeichnet. Wenige Hundert Protestanten waren es zunächst im Raum Hechingen-Sigmaringen, die versorgt sein wollten. Später kamen Gammertingen und die Haid dazu, führte Klingenstein in die Ausstellung ein.

Noch ohne Bahnverbindung, war bis zum Jahr 1900 der sonntägliche Kirchgang oder bis 1878 auch der Gang für alle standesamtlichen Gelegenheiten mit einem gut zweistündigen Fußmarsch nach Gammertingen verbunden. Erst mit den Flüchtlingsströmen nach dem Zweiten Weltkrieg und dem wirtschaftlichen Aufschwung in der Region nahm die Zahl der Protestanten in Trochtelfingen deutlich zu. 1958 wurde die Christuskirche erbaut, seit 2006 ist Trochtelfingen als Kirchengemeinde selbstständig.

Gemeinsame Ziele

Viele zeitgeschichtliche Dokumente und Gegenstände haben die Vereinsmitglieder zusammengetragen und aufgearbeitet.
Teile der Ausstellung waren schon beim Jubiläum zum 50-Jahre-Jubiläum der Christuskirche zu sehen.

Weil die drei Grundfragen der Menschheit die nach Herkunft, Heimat und Zukunft seien, arbeiteten der Verein und die Kirche eng zusammen, führte Ekkehard Roßbach, Trochtelfingens erster ständiger evangelischer Pfarrer, aus.
Die Frage nach der Herkunft sei Sache des Vereins, in der Frage nach der Zukunft sei die Kirche mit Antworten und Perspektiven gefordert. Beim Thema Heimat aber, so Roßbach, »freut es mich ganz besonders, dass wir gemeinsame Ziele haben und uns ergänzen.« (häs)


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