LOGO_GUT_M_WAPPEN1

Die Kernstadt Trochtelfingen ist ein altes, historisch gewachsenes Städtchen auf der sogenannten "Kuppenalb".

Die Gemarkung Trochtelfingen ist seit vorgeschichtlicher Zeit Siedlungsgebiet.

So wurden um 1900 auf der Haid 190 Hügelgräber aus der Bronze – und Eisenzeit katalogisiert.

Im Stadtgebiet selbst wurden Gegenstände aus der Bronzezeit gefunden.

Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in zwei Schenkungsnachweisen an das Kloster Lorsch (Bergstrasse) um 775 und 766;

„Hecko schenkt Güter in Trogolfinger Mark an das Kloster Lorsch“ (775) sowie „Lipher schenkt Güter in Trogolfinger Mark an das Kloster Lorsch“ (766).

Diese beiden Nachweise sind jedoch bei einzelnen Historikern bezogen auf die geographische Zuordnung der Schenkungen noch umstritten (Trogolfingen = Trochtelfingen oder Trailfingen?). In diese Zeit fällt auch die Gründung der Pfarrei St. Martin. Die Erwähnung Trochtelfingens anläßlich eines Zehntstreits im Jahre 1161 ist dagegen urkundlich gesichert. Die große Gemarkungsfläche und die große Pfarrei lassen darauf schließen, dass Trochtelfingen eine frühalemannische Gründung ist.

Trochtelfingen stand unter wechselnden Herrschaftsgeschlechtern. Bei der Errichtung der reichsunmittelbaren Gaue, von Karl dem Großen etwa bis zum Jahr 800 vollendet, kommt Trochtelfingen zum Burichingagau, der später von den Grafen aus Gammertingen und Achalm verwaltet wurde. 1182 - 1219 ist der Pfalzgraf Rudolf von Tübingen Herr von Trochtelfingen. Noch im Jahre 1256 erscheint unser Städtle im Besitz der genannten Grafen. In diese Zeit fällt auch die Stadtgründung – wohl um 1220. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts ist Trochtelfingen im Besitz der Grafen von Hohenberg. 1310 gelangt Trochtelfingen an das Haus Württemberg, und 1316 gibt Graf Eberhard von Württemberg seiner Tochter Agnes bei der Heirat mit dem Grafen Heinrich von Werdenberg Trochtelfingen als Heiratsgut. Der Sohn dieser Agnes und des Heinrichs gründete die Linie der Grafen Werdenberg - Trochtelfingen - Sigmaringen mit Sitz in Trochtelfingen. Mit dem Aussterben der Linie Werdenberg - Trochtelfingen gelangt die Stadt 1534 an die Grafen bzw. späteren Fürsten zu Fürstenberg. 1806 wird Trochtelfingen hohenzollerisch und bekanntlich 1850 preußisch.

Bis zum Jahr 1972 gehörte Trochtelfingen zum Landkreis Sigmaringen; die im Zuge der Kommunalreform neu entstandene Gesamtstadt wurde mit der Kreisreform 1972 dem Kreis Reutlingen zugeordnet.
Die Kernstadt verfügt über zahlreiche historische Bauten, die jedoch zum großen Teil privat genutzt werden oder aber öffentlichen Zwecken dienen.
Trochtelfingen war früher als Festung dreifach ummauert. Zeugen dieser wehrhaften Festung bestehen noch in Teilen der Stadtmauer sowie in dem mit vier Geschossen erhaltenen ehemalig sechsgeschossigen Rundturm und dem kleinem Rundturm, genannt "Pulverturm", an der Westseite der Stadt. Das Schloß der Grafen von Werdenberg, ein Rechteckbau mit steilem Satteldach und Staffelgiebel, wurde um ca. 1450 erbaut. Das Gebäude wird heute als Grundschule genutzt.

An kirchlichen Bauwerken gibt es in der Kernstadt die in der Hauptsache gotische katholische Pfarrkirche St. Martin, die evangelische Christuskirche, sowie fünf Kapellen. Chor und Unterteil des Turmes der Pfarrkirche St. Martin sind nach 1320 entstanden, die Erbauung des Langschiffes ist auf 1451 datiert. St. Martin birgt wertvolle Kunstgegenstände. Besonders erwähnenswert sind die Darstellung der 3 trauernden Frauen (um 1430), die Deckenmalerei im Chorrippengewölbe „Christus als Weltenrichter“ (um 1430) und das Fresko „das jüngste Gericht“ von 1480.

Die Erhardkapelle, auch Friedhofkapelle genannt, wird erstmals 1363 erwähnt. Sie enthält besonders schöne Fresken die Heinrich Gretzinger, ein Trochtelfinger, um 1430 gemalt hat. Die Hennenstein- oder Hünensteinkapelle, erstmals 1322 erwähnt, enthält ebenfalls sehenswerte Fresken die in Teilen nur noch fragmenthaft erhalten sind - Besonderheit dieser Kapelle ist die erhaltene Einsiedelei. Die Haidkapelle, die 1474 geweiht wurde, ferner die Burgkapelle, die 1660 von der Gräfin Franziska zu Fürstenberg gestiftet wurde sowie die Christi-Ruh-Kapelle, die um 1700 erbaut wurde, sind weitere Zeugnisse sakraler Kunst in Trochtelfingen.

Die Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde beginnt Ende des 19. Jahrhunderts. Die Christuskirche wurde 1958 erbaut, zu ihr gehören mittlerweile nahezu 1300 Gemeindemitglieder. Daneben entstand vor wenigen Jahren ein evangelisches Gemeindehaus und seit 2006 hat die evangelische Kirchengemeinde - erstmals in der Geschichte Trochtelfingens - einen eigenen Pfarrer.

Die zahlreichen erhaltenen Bürgerhäuser sind größtenteils nach dem Stadtbrand von 1726 entstanden und zeigen fränkisches oder alemannisches Fachwerk .

Am Stadtbrunnen steht die Figur des heiligen Mauritius, der in dieser Form erstmals um 1779 entstanden ist. Der Heilige war von den Trochtelfinger Bürgern angerufen worden, als eine anhaltende Viehseuche den Tierbestand mehr und mehr dezimierte.

Trochtelfingen hatte um 1320 und 1726 zwei große Stadtbrände zu verzeichnen. Das jetzige Rathaus wurde nach dem Brand des Fruchtkastens (1920) im Jahr 1935 wieder aufgebaut. Trochtelfingen war bis 1861 Oberamteistadt. 1883 wurde Trochtelfingen gemäß Verwaltungsanordnung zur Landgemeinde herabgestuft . Diese Anordnung trat erst am 2. Juli 1900 in Kraft. Das Stadtrecht wurde 1951 wieder verliehen. Unsere Stadt zählt heute ca. 6.600 Einwohner und ist nach der Landesbeschreibung eine ländliche Kleinstadt mit größerem Einzugsbereich.

 

Trochtelfingen hat 5 Stadtteile:

  • Trochtelfingen
  • Haid
  • Hausen
  • Mägerkingen
  • Steinhilben
  • Wilsingen

    Die Stadt Trochtelfingen liegt auf der sogenannten Kuppenalb und hat eine
    Gemarkungsfläche von ca. 7916 ha. Die Seckach durchfließt in Nord-Süd-Richtung
    das Gemeindegebiet und mündet unterhalb des Lauchertsees in die Lauchert.

 

Im Jahr 1999 wurde die seit 1978 laufende Stadtkernsanierung auch rechnungsmäßig zum Abschluss gebracht. Zweifelsohne war die Durchführung der Sanierung der entscheidende Impuls für die Sicherung der historischen Bausubstanz und für die städte-bauliche Weiterentwicklung im denkmalgeschützten Stadtkern.

Die Investitionen im privaten und öffentlichen Bereich haben die Grundlagen dafür gelegt, dass sich der Stadtkern jetzt als Wohn- und Lebensquartier mit hoher Standortqualität darstellt.

Mit dem Förderprogramm in Höhe von rd. 6,6 Mio. Euro und den hierfür gewährten Finanzhilfen (Bund/Land, zus. rd. 4,2 Mio. Euro) wurde ein Investitionsvolumen allein für die Modernisierung und Instandsetzung im privaten Bereich von ca. 8,2 Mio. Euro angestoßen; die Investitionen für Neubauten sowie die Freiraumgestaltungsmaßnahmen sind hier noch gar nicht enthalten, sie dürften ein Mehrfaches davon betragen.

Verbesserungen der Bausubstanz – Neuordnung der privaten Bauflächen – Neugestaltung der Freiräume mit flankierenden Maßnahmen: die Sanierung kann ohne Einschränkung als gelungen gelten und hat den Stadtkern erheblich aufgewertet.

Die Stadt Trochtelfingen ist ihrer historischen Verpflichtung zur Erhaltung des mittelalterlich strukturierten Stadtkerns nachgekommen.

Trochtelfingen ist der größte der fünf Stadtteile und gibt der Gesamtstadt ihren Namen. Der ehemals hohenzollerische Stadtteil hat (Stand: 2006) rund 3.500 Einwohner, das zentral in der Innenstadt gelegene Rathaus ist Sitz der Stadtverwaltung. Die Kernstadt ist auch das Zentrum für Handel und Gewerbe.

Die (katholische) Pfarrkirche St. Martin ist das bedeutendste Bauwerk der Kernstadt und auch das älteste Gebäude in der Gesamtstadt.

Wenn von der Geschichte Trochtelfingens die Rede ist, ist meistens die Historie dieses Stadtteils gemeint, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Zahlreiche historische Bauten und der mittelalterlich strukturierte Stadtgrundriss zeugen von einer reichen geschichtlichen Vergangenheit.

Die Haid als Streusiedlung auf dem nördlichen Gemarkungsbereich war schon immer ein Teil Trochtelfingens.

 

Verkehrmäßig ist die Stadt durch die Bundesstraße 313 erschlossen. Außerdem wird die Stadt von der Hohenzollerischen Landesbahn angefahren.

 

Die Stadt Trochtelfingen ist staatl. anerkannter Erholungsort. Maßgeblich zu dieser Entwicklung hat das ausgesprochene "Reizklima" beigetragen.

 

Durch die Neubildung der Stadt Trochtelfingen zum 1. Januar 1975 sind die Wappen und Flaggen der früher selbständigen Gemeinden Trochtelfingen, Mägerkingen, Steinhilben, Wilsingen und Hausen a.d.L. erloschen. Der Gemeinderat hat sich danach auf Vorschlag des Hauptstaatsarchivs Stuttgart für folgendes Wappen entschieden:

Logo

Trochtelfingen
an der Hohenzollernstraße
6.600 Einwohner - 720 m.ü.d.M.
Landkreis Reutlingen

 

Hirschstange und lateinisches schwarzes Kreuz mit rechtshin geschweifter Fußspitze "fliegendes Kreuz" genannt.

"Die Hirschstange in gelb auf rotem Grund wird wie schon in den erloschenen Wappen der in der neuen Stadt Trochtelfingen aufgegangenen früheren Gemeinden Hausen a.d.L., Mägerkingen und Wilsingen mit historischer Beziehung zu den Grafen von Veringen bzw. mit der früheren Zugehörigkeit dieser Orte zu dem Haus Württemberg ausreichend begründet.
Die in den zollerischen Farben silber und schwarz gehaltene Hälfte des Schildes repräsentiert die hohenzollerisch gewesenen Stadtteile Steinhilben und Trochtelfingen."

 

 


NetZähler